Rübi
19. März 2023

35: Frei ist wer nicht muss was er kann

Mein Rübe wird ja jetzt 4. Er trainiert auf der Wiese wie ein Champion, läuft schön langsame und versammelte Galoppachten, dabei auch gerne mal bergauf und bergab, wenn es sich gerade ergibt, super Balance, echt beeindruckend, und wie es ja auch dank seinen Eltern in seinen Genen verankert ist.

Er trainiert halt immer wenn er Lust dazu hat. Und dann guckt er tatsächlich, wenn ich in der Nähe bin, ob ich gucke. Ich klatsche dann immer und zeige ausdrücklich meine strahlende Begeisterung. Pädagogisch wertvoll finde ich. Mit seinem Kumpel Arti übt er auch regelmäßig zirzensische Lektionen wie steigen und das Kompliment und so. Und Wettrennen veranstalten sie. Die beiden jungen Möchtegernhengste machen echt fleißig feines Kraft- und Ausdauertraining. Also ein rundum gesundes, leistungsstarkes junges Pferd, mein Rübi.

Auch die Pferdephysiotherapeutin zeigte sich begeistert: Was für ein Beweger, ein echt guter Performer, den musst Du in der Jungpferdeprüfung vorstellen. Gefunden hat auch der andere Physio bei einem Kurs, an dem Rübe und ich teilgenommen haben, nix. Er fand eigentlich nur ein entspanntes, gesundes Jungpferd vor. Das freut mich. Wirklich. Spricht ja für alles, was mein Züchterinnen- und Pferdebesitzerinnenherz sich gewünscht hat.

Wenn wir dann mal mit seinen Kumpels und Begleitern ausreiten, dann geht er fein mit, der Rübi. Entspannt und locker und das einzige Mal, wo ich bisher fast einen Abflug gemacht hätte, war, als er beim bergab gehen meinte, ein kleines Picknick machen zu müssen. Ging gerade noch gut, fast hätte ich vor seiner Nase im frischen grünen Gras auf dem Boden gesessen. Kann ich tatsächlich verstehen, sah echt lecker aus, das Gras.

Wir haben uns ja auch auf gebissloses reiten geeinigt. Also ich reite Rübe wenn dann ohne Gebiss. Für alle Pferdeahnungslosen: Ich habe mein Gebiss ganz normal im Mund, der Rübi möchte zusätzlich zu seinen Zähnen aber nix im Mund haben, wie es ja oft zum Reiten üblich ist. Find ich gut, machen wir so. Wollte ich schon bei seiner Mama umsetzen, da hat das aber nicht so gut funktioniert.

Neulich dachte ich so: Nun wird er ja bald vier, der Rübi, da machen wir doch mal wieder ein bisschen Schule in der Halle. Wenn ich ihn so auf der Wiese galoppieren sehe, habe ich richtig Lust, damit mal anzufangen.

Schritt war auch echt super. So Runde für Runde ganz entspannt. Von A zu C traben auch. (Für alle Pferdeahnungslosen: Das ist eine halbe Runde in der Reithalle. Zur Info: Meine Reithalle ist eher klein.) Dann bleibt der Rübi stehen und findet, das hat er gut gemacht, ich könnte ja jetzt mal applaudieren. Was soll ich sagen? Long story short: Nachdem er mir in den Schuh gebissen hat und auch sonst sagen wir Zeichen von Demotivation sendete, hatte ich die Wahl: Alt bewährte Mittel wie ich sie gelernt habe anwenden? Ich habe meine Zertifikate ja nicht im Lotto gewonnen und in den letzten 25Jahren so das ein oder andere Jungpferd erfolgreich ausgebildet. Aber irgendwie sagte etwas in mir: Na, das Pferd Dein Spiegel Christine? So heißt übrigens eines meiner Seminare.

Wir sind dann rausgegangen der Rübi und ich. In die Natur. Hin im Schritt. Nach Hause ging es dann ganz von alleine ganz leicht und flott. Der Rübi kann halt. Wenn er will. Und es einen Sinn macht. 

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